Lernen sie unsere Helden kennen

Jeden Tag bekämpfen außergewöhnliche Menschen aus der ganzen HFKW-Wertschöpfungskette den illegalen Handel. Hier können Sie ihre Geschichten entdecken.

Marco Buoni Claus-Dieter Penno Wimar Wysluch

Marco Buoni

Generaldirektor des Centro Studi Galileo, Generalsekretär der ATF (Associazione Tecnici del Freddo).

"Wir begannen, wiederholt Verstöße auf verschiedenen Ebenen festzustellen. Dabei wurden wir sowohl auf Einzelpersonen aufmerksam, die illegale Produkte im Internet verkauften, als auch auf Einzelhändler, die ihre Produkte an Personen vertrieben, die keine F-Gas-Lizenz besaßen. So wurde uns das Ausmaß des illegalen Handels mit HFKW immer mehr bewusst."

Illegale HFKW-Importe in Italien und Europa sind Marco Buoni, Generaldirektor des Centro Studi Galileo, Generalsekretär der ATF und Präsident der AREA (Europäischer Verband des Kälte-, Kühlungs-, Lüftungs- und Wärmepumpengewerbe) nur allzu vertraut. Der Schmuggel von HFKW ist auch dem Centro Studi Galileo, dem wichtigsten Ausbildungszentrum für diesen Sektor in Italien, leider gut bekannt. Das Zentrum bildet pro Jahr mehr als 10.000 Kälte- und Klimatechniker aus und hält über 100 Kurse ab, was es zu einem der größten Europas macht.

Aus diesem Grund überwacht und meldet das Centro Studi Galileo verdächtige Online-HFKW-Werbung sorgfältig und lädt die Kältetechniker in Italien ein, dasselbe zu tun und dabei alle verfügbaren Instrumente – einschließlich der vom EFCTC entwickelten „Action Line“ – zu nutzen, um den illegalen HFKW-Markt zu bekämpfen.

Marco Buoni räumt die Komplexität des Problems um illegale HFKW-Importe ein, die sich sehr differenzierter Routen und Einreisemöglichkeiten nach Europa bedienen. Viele Sendungen gehen von großen HFKW-Produktionszentren in Asien aus und erreichen die Grenzen der Europäischen Union auf dem See- und Landweg. Die Ware wird entweder von Einzelpersonen oder von kriminellen Organisationen in die EU geschmuggelt, die sich damit zusätzliche Einnahmen erhoffen.

Diese Gase werden dann an Fachleute vermarktet, die – trotz des Wissens um die Illegalität der Lieferanten und der möglichen Sicherheitsprobleme, die bei der Verwendung ungeprüfter Gase auftreten können – darauf bedacht sind, Kosten zu sparen und die damit verbundenen Umweltprobleme ignorieren.

Laut Buoni ist es wichtig, das Bewusstsein der Bürger und der gesamten Wertschöpfungskette zu schärfen, damit sie die Risiken kennen, die mit der Verwendung von illegal importierten HFKW verbunden sind. Dazu gehören auch die Risiken in Bezug auf die Sicherheit und Gewährleistung der installierten Systeme. Spezifische Schulungen sollten auch für Zollbeamte durchgeführt werden, um diese dabei zu unterstützen, illegal gehandelte Produkte abzufangen.

Claus-Dieter Penno

Präsident des ZVKKW (deutscher Zentralverband Kälte Klima Wärmepumpen)

„Unsere Handwerksbetriebe tuen viel dafür, um auf dem neuesten Stand zu bleiben, Vorgaben einzuhalten und so auch den Umweltschutz zu unterstützen. Auf der anderen Seite sehen sich die Betriebe mit einer Flut an illegalen Kältemittel konfrontiert, die für manchen Kunden verlockend erscheinen mag. Ein Dilemma, das gerade für kleinere Betriebe mittelfristig das Aus bedeuten kann.“

Claus-Dieter Penno vertritt seit 2017 Handwerk, Handel, Industrie und Bildungseinrichtungen im Bereich Kälte, Klima und Wärmepumpen. Vor seiner Wahl zum Präsidenten des ZVKKW war der diplomierte Ingenieur über Jahrzehnte im Handel und Vertrieb von Kältemitteln tätig. „Unser  Verband und seine Betriebe stehen voll hinter der F-Gase-Verordnung und dem verbundenen Ziel des Umweltschutzes. Seit Einführung der Verordnung im Jahr 2015 bemühen sich die Handwerksbetriebe für einen noch effizienteren Einsatz von Kältemitteln, um so auch den befürchteten Engpass zu vermeiden.“

Gleichzeitig sei das Thema Kältemittel aber auch eine Herausforderung, die es den Handwerk extrem schwer mache – so schwer, dass einige Betriebe mittelfristig vor dem Aus stehen dürften. Da ist einerseits der Aufwand, bei den geltenden Vorgaben jederzeit auf dem neuesten Stand zu bleiben und diese auch fachgerecht umsetzen zu können. Auf der anderen Seite erzeugt der Kältemittel-Schwarzmarkt einen unfairen Preisdruck. Das führe laut Penno immer wieder zu intensiven Diskussion mit manchen Kunden. Vor allem für kleine Betriebe sei dieser Preisdruck eine Herausforderung, der mittelfristig nicht alle gewachsen sein werden.

Auch in technischer Hinsicht bringt der Schwarzmarkt Gefahren mit sich. Penno zufolge musste schon so mancher Anlagenbetreiber feststellen, dass seine selbstgekauften und eingefüllten Kältemittel nicht den Spezifikationen entsprachen und die Kälteanlage anschließend streikte. Die Betriebe seines Verbandes werden dann gerufen, um die unsauberen Mischungen abzusaugen, durch zertifizierte Kältemittel zu ersetzen und größere Schäden möglichst zu vermeiden.

Für den ZVKKW steht Penno auch im Austausch mit weiteren nationalen Verbänden in Europa. Er kann berichten, dass die Umsetzung der F-Gase-Verordnung in nationales Recht sowie dessen Durchsetzung sich von Land zu Land unterscheidet. Die Herausforderungen sind für Handwerksbetriebe in anderen Ländern aber vergleichbar. Neben einer stärkeren Verfolgung des Schmuggels lautet Pennos Wunsch daher: ein offeneres Ohr und etwas mehr Sachverstand bei den europäischen Gesetzgebern für die Herausforderungen, vor der die gesamte Branche steht.

Wimar Wysluch

Unternehmer, Gutachter und Präsident des Deutschen Sachverständigen Rat Kälte-Klima-Wärmepumpen

„Es gibt zu wenige bzw. keine nennenswerten Kontrollen - das Risiko, mit illegalen Kältemitteln aufzufliegen, ist sehr gering. Letztlich bleibt es leider den einzelnen Betrieben überlassen, sich dem entgegenzustellen. Auch auf die Gefahr, einen Kunden zu verlieren: als Sachverständiger kann ich allen Beteiligten nur konsequentes, rechtssicheres Handeln empfehlen.“

Als Geschäftsführer eines Unternehmens für Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik hat Wimar Wysluch seit über 35 Jahren mit Kältemitteln zu tun. Sein Fachwissen bringt er zudem als Sachverständiger und Gutachter ein – Wysluch ist Präsident des Deutschen Sachverständigen Rat Kälte-Klima-Wärmepumpen.

Nahezu jede zweite Anlage in der Gebäudetechnik ist nach seiner Einschätzung nicht entsprechend der gesetzlichen Regeln geprüft oder auch mit Kältemitteln aus dubiosen Quellen befüllt. Unzählige Fälle kennt er, in denen illegale Kältemittel zu Anlagenschäden geführt haben. Meist ist der Kompressor betroffen – für den Anlagenbetreiber wird es dann teuer. Kompressoren oder Anlagen müssen dann ausgetauscht werden, obwohl der Lebenszyklus noch nicht erreicht ist. Auch Versicherungen greifen natürlich nicht, wenn unsachgemäße Kältemittel eingesetzt werden.

Auch aus eigener Erfahrung kann er über illegal erworbene Kältemitteln berichten. Sein kuriosester Fall: Als ein Handwerksbetrieb sich weigerte, im Internet gekaufte Kältemittel in eine Anlage des Kunden zu füllen, wollte dieser ihn per eingeschaltetem Rechtsanwalt dazu zwingen, die dubiose Ware aus verbotenen Einwegzylindern einzufüllen. Der Betrieb hat sich natürlich weiter geweigert.  Ein anderer Anbieter war da weniger zimperlich, mit dem Ergebnis: Drei Kompressoren sind defekt gegangen.

Ein weiteres Problem dabei: da sich die meisten Fachbetriebe aus haftungsrechtlichen Gründen weigern, im Internet gekaufte Kältemittel einzufüllen, wird diese Aufgabe häufig von Laien übernommen – ein zusätzliches Risiko für Anlagenbetreiber, die Umwelt und die Gesundheit aller Beteiligten. Von der gesetzlichen Pflicht, ein Logbuch zu führen und nur zertifiziertes Personal aus zertifizierten Betrieben an den Anlagen arbeiten zu lassen, ist man damit weit entfernt.

Seit Jahren schon setzt sich Wysluch gegen das Problem von illegalen Kältemitteln ein, die außerhalb des Quotensystems der F-Gase-Verordnung gehandelt werden. Immer wieder hat er auch die Behörden auf konkrete Fälle hingewiesen. Sein Appell: Nur konsequentes Handeln hilft, das Problem von illegalem Handel und Verwendung von Kältemitteln zu bekämpfen. Wenn niemand mehr Kältemittel aus dubiosen Quellen erwirbt, verliert auch der Schwarzmarkt seine Grundlage.

Was können Auftragnehmer unternehmen?

Kaufen Sie nur bei zuverlässigen Händlern. Der illegale Handel mit HFKWs steht oft mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung

Kaufen Sie niemals Einwegflaschen. Diese wurden in Europa verboten und sind daher illegal

Prüfen Sie Flaschenetiketten auf EU-Spezifikationen

Prüfen Sie immer das Sicherheitsdatenblatt. Es sollte jeder Kältemittellieferung beigefügt werden

Melden Sie verdächtige Aktivitäten an die Action-Hotline von EFCTC, um illegale Lieferungen von HFKWs zu unterbinden

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